Vor­trags­reihe Wissenschaftskritik

Sozio­lo­gie

Die Abs­trak­tion „Gesellschaft“

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Sozio­lo­gen erfor­schen alles, was andere unter­su­chen, noch ein­mal sozio­lo­gisch. Poli­tik, Reli­gion, Lite­ra­tur, Fami­lie, Krieg und Kapi­ta­lis­mus ent­schlüs­seln sie als ein und das­selbe: als „For­men von Ver­ge­sell­schaf­tung“ – und die braucht der Mensch, denn alleine blei­ben mag er nicht. Sie fin­den nicht inter­es­sant, um was es in den ver­schie­de­nen Fäl­len von „Gesell­schaft“ geht, son­dern dass da ein über­in­di­vi­du­el­ler Zusam­men­hang von Indi­vi­duen – solange er besteht – offen­bar funk­tio­niert. Dass die heu­tige Gesell­schaft kapi­ta­lis­tisch ist, hal­ten Sozio­lo­gen für eine Tri­via­li­tät, die sie nicht wei­ter inter­es­siert, das Nähere dazu über­las­sen Sie den Öko­no­men. Dass der Kapi­ta­lils­mus eine Gesell­schaft ist, gilt ihnen als eine Ein­sicht, unnd zwar die ent­schei­dende. Auch die­sem Sys­tem geht es – ihnen zu folge – um das­selbe wie jeder mög­li­chen Skla­ven– und Feu­dal­ge­sell­schaft: näm­lich um nichts ande­res als um die Inte­gra­tion sei­ner Mit­glie­der und sei­nen Selbst­er­halt. Und alles, was Sozio­lo­gen in die­ser Gesell­schaft an Insi­tu­tio­nen, Hand­lungs­wei­sen und Sit­ten zum Thema machen, deu­ten sie nach ihrem stu­ren Schema als ent­we­der funk­tio­na­len Bei­trag zur Sys­tem­sta­b­li­tät oder als ihre Gefährdung.

Mag das Fach längst nicht mehr Mode­di­zi­plin von einst sein; ihre Quint­es­sen­zen kennt und ver­steht jeder. Wer kann schon sagen, was ver­kehrt ist und an so wider­sprüch­li­chen Aus­künftn wie, alles sei „gesell­schaft­lich ver­mit­telt“, „der Mensch ist Pro­dukt der Gesell­schaft“, diese wie­der umge­kehrt „Pro­dukt des Men­schen“ und ihren Interaktionen.

Der Vor­trag bemüht sich genau darum.

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  1. Soziologie (140 Minuten, 127.3 MB)