Kon­rad Lorenz, Verhaltensforscher

Quelle: MSZ Gale­rie Gro­ßer Geister

Kon­rad Lorenz, Verhaltensforscher

„Donald, es gibt so etwas wie gut und böse, es gibt anstän­dige Men­schen und es gibt Schur­ken, und der Unter­schied zwi­schen ihnen ist zwei­fel­los gene­tisch.“ (Brief vom Konrad)

Der Leser die­ses Flug­blatts sei vor­weg gewarnt, dem Kon­rad Lorenz ein­mal leib­haf­tig zu begegnen:

„Ich zumin­dest muß mich zu dem Wunsch beken­nen, den lang­wei­li­gen hüb­schen jun­gen Män­nern und — nicht ganz so fest — den bär­ti­gen unge­wa­sche­nen Typen einen Tritt in den Hin­tern zu versetzen.“

Doch han­delt es sich bei die­ser Dro­hung um kein gewöhn­li­ches Miß­fal­len an der heu­ti­gen Jugend. Zum einen ver­rät die unter­schied­li­che Dosie­rung gewisse Sym­pa­thien eines Natur­bur­schen, der selbst aus Eichen­holz und Gum­mi­stie­feln geschnitzt ist. Und zum ändern kün­det der sei­ner selbst gewisse Zwang zum Bekennt­nis von einem Pro­fes­so­ren­amt, das die Moral des gesun­den Volks­emp­fin­dens zu den wis­sen­schaft­li­chen Ehren einer Etho­lo­gie gebracht hat.

Ver­hal­tens­wis­sen­schaft: Die Lehre vom Ver­hält­nis zwi­schen dem Tier im Men­schen und dem Men­schen im Tier

In der Per­son des Kon­rad Lorenz ist der Nobel­preis — ver­le­gen­heits­hal­ber war es der für Medi­zin — erst­mals jener moder­nen Wis­sen­schaft zuer­kannt wor­den, die dem Staat seine Pro­bleme lösen möchte, indem sie „das Ver­hal­ten“ zum For­schungs­ge­gen­stand erklärt:

„Bei fried­li­chen oder krie­ge­ri­schen Aus­ein­an­der­set­zun­gen zwi­schen Natio­nen geht es in der Haupt­sa­che stets um das Pro­blem der mensch­li­chen Frei­heit und ihrer Kon­trolle. Tota­li­ta­ris­mus oder Demo­kra­tie, der Staat oder das Indi­vi­duum, eine geplante Gesell­schaft oder über­mä­ßige Tole­ranz, der Ein­fluß von Kul­tu­ren auf fremde Völ­ker, der wirt­schaft­li­che Deter­mi­nis­mus (!), die indi­vi­du­elle Initia­tive, die Pro­pa­ganda, die Erzie­hung, der Krieg der Ideo­lo­gien — immer geht es um die fun­da­men­tale Natur mensch­li­chen Verhaltens.“

Ein Vul­gär­wis­sen­schaft­ler von heute löst nicht nur alles, was die Mensch­heit so treibt, in die Abs­trak­tion von jeder beson­de­ren Tätig­keit — „Ver­hal­ten“ — auf; er läßt auch kei­nen Zwei­fel daran, wes­halb er die­ser Abs­trak­tion aus­ge­rech­net mit dem Attri­but „mensch­lich“ zur Würde eines beson­de­ren Gegen­stan­des ver­hilft. Er hat sich der mensch­li­chen Frei­heit der­ge­stalt ange­nom­men, daß sie ihm ein Pro­blem berei­tet und kon­trol­liert wer­den muß, ent­deckt also den Men­schen darin, daß er aus­ge­rech­net in sei­nen frü­her ein­mal gefei­er­ten, alt­ehr­wür­di­gen Prä­di­ka­ten wie „Bewußt­sein“ und „Wille“ ein Risiko dar­stellt. Vom „mensch­li­chen Ver­hal­ten“ redet er, weil es ihm um das staats­bür­ger­li­che Wohl­ver­hal­ten zu tun ist — und von die­ser siche­ren Warte aus wären Krieg und Frie­den, Wirt­schaft, Ideo­lo­gie und Erzie­hung völ­lig falsch behan­delt, würde man sie erklä­ren. Es gibt das alles ja, und das ein­zig inter­es­sante „Pro­blem“ besteht darin, ob der mensch­li­che Wille, jene ewige Quelle von Wider­setz­lich­keit und Un-​ordnung, für die Abwick­lung die­ser schö­nen Geschäfte auch taug­lich bleibt. Sol­che kri­ti­schen Beden­ken bezüg­lich der Menschen-​Natur trei­ben den Vul­gär­wis­sen­schaft­ler zur Radi­ka­li­tät sei­nes Den­kens: inso­fern er den freien Wil­len als Schranke für die Staats­ak­tio­nen betrach­tet, hat er den bren­nen­den Wunsch, ihn los­zu­wer­den. Inso­fern aber sel­bige Staats­ak­tio­nen ohne bewußt han­delnde Mensch­lein nicht ins Werk gesetzt wer­den kön­nen, quält ihn die Frage, wie ein freier Wille so zuge­rich­tet wer­den kann, daß er so gefü­gig ist, als wäre er gar nicht vor­han­den. Also schrei­tet ein Verhal-​tensforscher mit Hilfe der Erkennt­nis, daß ein Mensch ohne Wil­len und Bewußt­sein zum Vieh wird, zur eigen­tüm­li­chen Leis­tung sei­ner Dis­zi­plin: er ent­deckt „Ver­hal­ten“ am Tier und legt sich damit den Men­schen als zoo­lo­gi­sche Cha­rak­ter­frage zurecht. Was am Men­schen nicht Tier ist, unter­sucht er als das ihm mit dem Tier Gemein­same, also als das Tie­ri­sche an ihm (des­we­gen auch Nobel­preis für Medi­zin!); das Tier wie­derum unter­stellt er in sei­ner Unter­su­chung als ein Wesen, das kei­nes­wegs bloß unter bestimm­ten Ver­hält­nis­sen lebt, son­dern das „sich ver­hält“, d.h. das sein

Dasein als bewuß­tes, absichts­vol­les Ver­hält­nis zu sei­nen Lebens­be­din­gun­gen prak­ti­ziert. So leug­net der Ver­hal­tens­for­scher den Men­schen als freie Sub­jek­ti­vi­tät, indem er die Tier­welt ein­schließ­lich des Men­schen, vom Gen ange­fan­gen, als mora­li­sche, näm­lich auf die „sitt­li­che Ord­nung“ bezo­gene Ver­an­stal­tung betrach­tet: siehe Motto — und fin­det darin sein Mit­tel, zur Moral der Men­schen beizutragen.

Wäh­rend nun demo­kra­ti­sche Etho­lo­gen wie der Ami Skin­ner — von wel­chem obi­ges Zitat — sich hier in der Weise ver­dient machen, daß sie durch mons­tröse Dress­ur­leis­tun­gen an bor­nier­ten Vie­chern die Bedin­gun­gen einer durch­grei­fen­den demo­kra­ti­schen Men­schen­bil­dung erkun­den — wenn schon Papa­geien Roll­schuh lau­fen und Hüh­ner ihr Geld, statt es aus­zu­ge­ben, in die Spar­büchse ste­cken, wieso sollte man dann nicht Viet­na­me­sen, Chi­ne­sen und sons­ti­ges Getier dazu brin­gen kön­nen, sich wie gesit­tete Ame­ri­ka­ner zu ver­hal­ten? —, kul­ti­viert der Lorenz aus Öster­reich die Iden­ti­tät von Mensch und Tier unter Ver­zicht auf jeg­li­che Ent­ar­tung bei­der­seits. Sein Mate­rial besteht aus Bes­se­rem als „empty orga­nisms“, und er braucht weder viel Sta­tis­tik in der Theo­rie noch den kleins­ten Elek­tro­schock in der Praxis.

„Bei der Erzie­hung eines Hun­des spielt die soziale (!) Aner­ken­nung eine gewal­tige Rolle. Ich bewun­dere (!) und lobe ihn, wenn er zum ers­ten­mal außer­halb des Hau­ses sein klei­nes Geschäft verrichtet.“

Kon­rad Lorenz betreibt seine Ver­hal­tens­for­schung vom Stand­punkt des Tier­freunds, dem nichts selbst­ver­ständ­li­cher ist, als daß nicht nur er ein Ver­hält­nis zu sei­ner Katze, son­dern auch diese sich ein sozia­les Ver­hält­nis mit ihm ganz absicht­lich ein­ge­rich­tet hat, — ein wis­sen­schaft­li­cher Stand­punkt, der einer­seits mehr und Grö­ße­res beinhal­tet als bloße Wis­sen­schaft­lich­keit — er

„ver­langt eine so unmensch­li­che (?) Geduld des Beob­ach­ters, daß das theo­re­ti­sche Inter­esse am Tier allein nicht hin­reichte, die Aus­dauer zu unter­hal­ten, wäre die Liebe nicht, die gerade im Ver­hal­ten (!) von Mensch und Tier das Ver­wandte, das sie fühlte (!), nun auch zu sehen ver­mag“ —,

der ande­rer­seits mit akti­ver Teil­habe an der Bor­niert­heit des schwim­men­den Feder­viehs entschädigt —

„Glück­li­che Wis­sen­schaft, in der ein wesent­li­cher Teil der For­schung darin besteht, daß man nackt und wild (!) in der Gesell­schaft einer Schar Wild­gänse in den Donau­auen her­um­kriecht und –schwimmt“.

Die höchste, in Kon­rad Lorenz nobel­preis­ge­krönte Voll­en­dung die­ses Stand­punkts besteht eigent­lich weni­ger in der Ver­fer­ti­gung fal­scher Erklä­run­gen als darin, mit der eige­nen ent­blöß­ten For­scher­exis­tenz, ganz „Gans unter Gän­sen“, prak­tisch vor­zu­füh­ren, daß wah­res Men­schen­tum am unver­fälsch­tes­ten im Tier­reich zu fin­den ist.

Tiere sind die bes­se­ren Menschen

Wo fin­det man z.B. heut­zu­tage noch leben­dige Bei­spiele wah­rer Kin­der­liebe — außer unter den Schwimmvögeln?

„Diese tief instinkt­mä­ßige Abnei­gung gegen das Allein­sein band Mar­tina (eine Gans) fest an meine Per­son. Mar­tina folgte mir über­all und war voll­kom­men zufrie­den, wenn ich am Schreib­tisch arbei­tete und sie sich unter mei­nem Ses­sel hin­le­gen durfte. Sie war gar nicht läs­tig; ich möchte den Men­schen ken­nen, oder bes­ser, ich möchte ihn nicht ken­nen­ler­nen, den die Anhäng­lich­keit eines der­ar­ti­gen Gän­se­kin­des nicht ent­zückte und rührte.“

Ein Wesen zu besit­zen, das instinkt­mä­ßig gar nicht anders kann als gehor­chen und lieb sein, ist in der Tat das Ideal nicht nur von geplag­ten Men­schen­el­tern, denen auch das folg­samste Kind doch bis­wei­len läs­tig fällt: Wel­cher Mensch auf die­ser argen Welt ver­möchte sich dem Gefühl her­z­ent­zü­cken­der Rüh­rung zu ver­schlie­ßen, wenn so ein jun­ges Ding ohne Mur­ren voll­bringt, was die meis­ten weni­ger hoch­ge­stell­ten Men­schen ein­schließ­lich ihrer Bla­gen nur aus Not tag­aus tag­ein tun: keine Ansprü­che stel­len, nicht läs­tig fal­len und Glück über die Anwe­sen­heit des Gebie­ters emp­fin­den! Und wo fin­det man noch einen Beweis dafür, daß auch unter Erwach­se­nen „Treue doch kein lee­rer Wahn“ (Kapi­tel­über­schrift) blei­ben muß — wo, wenn nicht in der Freund­schaft des Men­schen mit des Men­schen bes­tem Freund?

„Plötz­lich, oft inner­halb weni­ger Tage,“ (schnell geht es also auch noch!) „ent­steht eine Bin­dung, die um ein Viel­fa­ches fes­ter ist als alle, aber auch alle Bin­dun­gen, die zwi­schen Men­schen je beste­hen. Es gibt keine Treue, die nicht schon gebro­chen wurde, aus­ge­nom­men die eines wirk­lich treuen Hundes. “

Zwar gibt es auch unter die­sen edlen Tie­ren bis­wei­len skru­pel­lose Mate­ria­lis­ten, die ihre schnöde Jagd­lust über den mora­li­schen Höchst­wert exklu­si­ver Treue zu ihrem Herr­chen stel­len und folg­lich — zumal wenn sie noch eitel sind — mit des For­schers aller­höchs­tem Stirn­run­zeln rech­nen müssen:

„Schon den vie­len beste­chend schö­nen und for­med­len Ras­sen der lang­oh­ri­gen Jagd­hunde“ (außen hui, innen pfui!) „nehme ich es übel, daß sie meist mit jedem Men­schen mit­zu­ge­hen bereit sind, der ein Gewehr trägt.“

Zu sol­chen Ent­ar­tun­gen kann es jedoch nur kom­men, wenn der mensch­li­che Züch­ter die Stimme des Wolfs­blu­tes im Köter erstickt hat. Denn an sich hat die Natur den Hund mit einer Moral aus­ge­stat­tet, von der man­cher deut­sche Land­ser, der sei­nem Füh­rer Treue bis in den Tod geschwo­ren hatte und dann im Feld das Weite suchte, sich eine dik-​ke Scheibe hätte abschnei­den können:

„das Wolfs­ru­del (zieht) durch die Wäl­der des Nor­dens als eine ver­schwo­rene und, wie wir wis­sen, recht exklu­sive Gemein­schaft, die wie Pech und Schwe­fel zusam­men­hält und deren Mit­glie­der bis in den Tod für­ein­an­der ein­ste­hen. … Die zurück­hal­tende Exklu­si­vi­tät und der kämp­fe­ri­sche Zusam­men­halt um jeden Preis sind die Eigen­schaf­ten des Wol­fes, die den Cha­rak­ter aller stark lupusblüti-​gen Hun­de­ras­sen in einem sehr güns­ti­gen (!) Sinne beeinflussen.“

So viel natur­wüch­sige Moral auf Sei­ten des Hun­des ver­langt natür­lich auch vom Herr­chen eini­ges. Der zwei­bei­nige Freund hat für „soziale Umstände“ zu sor­gen, in denen unsere vier­bei­ni­gen Tugend­bolde ihre wahre Men­schen­na­tur auch voll aus­le­ben kön­nen — damit es ihnen nicht so geht wie den

„aller­meis­ten der nord­ame­ri­ka­ni­schen Schlit­ten­hunde, deren tie­fere See­len­werte fast nie aus­ge­schöpft wer­den, wenn nicht ein Jack Lon­don sie erkennt und erschließt“

Selbst­ver­ständ­lich muß vor allem das Herr­chen als sol­ches erhal­ten blei­ben. Denn was pas­siert mit der Tugend unbe­ding­ter Treue, wenn ihr der zustän­dige Füh­rer abhan­den kommt?

„Mußt du ihn ver­las­sen, so gerät das Tier völ­lig aus dem Gleich­ge­wicht, … sinkt in sei­nem Schmerz mora­lisch auf das Niveau eines her­ren­lo­sen Stra­ßen­hun­des“ (auch im Tier­reich ist ein Strolch, wer kei­nen Herrn hat) „und streunt, Untat auf Untat ver­übend, in der Gegend umher“, (selbst im Tier bricht das Tier durch, wenn es keine Auto­ri­tät über sich spürt!).

„Der Hund“ hat also auch sei­ner­seits sehr weit­sich­tig gehan­delt, als er sich einst ent­schloß, fortan das höhere Tier „Mensch“ als sei­nen natür­li­chen Vor­ge­setz­ten anzu­er­ken­nen; und sol­che Klug­heit ver­dient Lob:

„Für mich ist es ein merk­wür­dig ange­neh­mer, ja gera­dezu erhe­ben­der Gedanke, daß der uralte Bund zwi­schen Mensch und Hund von bei­den ver­trags­schlie­ßen­den Parteien(I) frei­wil­lig unter­zeich­net (!) wor­den ist. Alle ande­ren Haus­tiere sind leib­ei­gene Skla­ven, nur der Hund ist ein Freund. Gewiß (!), ein , erge­be­ner und unter­ge­be­ner (!!) Freund.“

Auch wenn „hund“ sich mit sei­ner koope­ra­ti­ven Ein­stel­lung zu den Zwe­cken der Men­schen Kette und Zwin­ger nicht erspart hat, so ver­mag der gelehrte Tier­freund an ihm den­noch das anhei­melnde Ideal wah­rer Freund­schaft zu ent­de­cken. Denn die­ses Ideal einer von part­ner­schaft­li­cher Zunei­gung getra­ge­nen Skla­ve­rei ist nicht nur von unmit­tel­bars­ter mora­li­scher Nutz­an­wen­dung für die ein­an­der nur zu häu­fig abge­neig­ten mensch­li­chen „Sozi­al­part­ner“. Mit der Vor­stel­lung vom Hund als jeman­dem, der von Natur frei­wil­lig in aller Freund­schaft sei­nen hün­di­schen Cha­rak­ter aus­le­ben will, so daß Freund Mensch zur Herr­chen­rolle gera­dezu mora­lisch ver­pflich­tet ist, ver­heißt der Ver­hal­tens­for­scher dar­über hin­aus einem jeden Tier­freund seine reelle Chance, wenigs­tens in einer „sozia­len Bezie­hung“ als Befehlsgeber Aner­ken­nung zu fin­den. Und das ist um so wich­ti­ger, je mehr Herr­chen ansons­ten sel­ber her­um­ge­schubst wird — ist es doch in Wahr­heit erst das Kom­man­die­ren, was den Men­schen zum Men­schen macht und ihn sei­ner Iden­ti­tät versichert:

„Ich jeden­falls habe den Hund, der in trü­ben frem­den Städ­ten“ (wo nie­mand den der­eins­ti­gen Nobel­preis­trä­ger ken­nen wollte) „mir auf den Fer­sen trot­tete“ (in Japan hat man für so was noch die Frau) „sehr nötig gehabt (!) und viel Halt an der Tat­sa­che sei­ner Exis­tenz gefun­den, so etwa, … wie man Halt an irgend­et­was sucht, das einem im film­haf­ten Dahin­flie­ßen des Lebens“ (ohne Kriege, Kata­stro­phen und Aus­zeich­nun­gen erlei­det der exis­ten­zi­elle Kon­rad Rea­li­täts­ver­luste) „sagt, daß man immer noch man selbst (!) ist. Wenige Dinge gibt es, die mir diese Ver­si­che­rung so deut­lich und beru­hi­gend geben, wie die Treue mei­nes Hundes.“

Die Tier­welt: Ein bio­lo­gi­sches Sinngebilde

Lorenz‘ Wis­sen­schaft erschöpft sich aller­dings doch nicht völ­lig darin, daß er sol­cher­lei dem Tier­freund theo­re­tisch selbst­ver­ständ­li­che und prak­tisch geläu­fige mora­li­sche Nutz­bar­ma­chung der Tier­welt bei jeder sich bie­ten­den Gele­gen­heit — etwa im Rund­funk unter der Rubrik „Was ist der Mensch“ (Titel einer ein­schlä­gi­gen Sen­de­reihe des SR mit Lorenz-​Vorträgen) — und in popu­lä­ren Büchern mit hoher Auf­lage als „Bei­träge der Zoo­lo­gie (!) zum Selbst(!) Ver­ständ­nis des Men­schen“ ver­kauft. Lorenz wäre trotz allem sicher nicht Nobel­preis­trä­ger gewor­den (noch nicht ein­mal für Medi­zin), ver­fügte er nicht über einen wis­sen­schaft­lich respek­ta­blen fal­schen Gedan­ken, mit dem es ihm gelingt, sei­ner mora­li­schen Idea­li­sie­rung des Hun­de­le­bens den Anschein einer zoo­lo­gi­schen Begrün­dung zu ver­lei­hen. Als erns­ter For­scher stellt er sich bei­spiels­weise die Frage, wes­halb in einer Welt, in der fünf jäh­rige Men­schen­kin­der jedem frem­den Onkel nach­lau­fen, der ihnen ein Bon­bon gibt, aus­ge­rech­net das Gän­se­kind Mar­tina, zu Test­zwe­cken allein­ge­las­sen, ein so exzes­si­ves Maß von Anhäng­lich­keit an seine Per­son auf­bringt, und ver­fällt auf fol­gende wis­sen­schaft­li­che Erkenntnis:

„Es ist bio­lo­gisch sinn­voll (!), daß ein sol­ches ver­lo­re­nes Schäf­chen weder an Essen noch an Trin­ken oder Schla­fen denkt (!), son­dern jeden Fun­ken Ener­gie, bis zur völ­li­gen Erschöp­fung, für Hil­fe­rufe auf­wen­det, die es viel­leicht die Mut­ter wie­der­fin­den lassen.“

Die allein­ge­las­sene Grau­gans denkt also des­we­gen nicht ans Fut­ter, weil sie — tugend­hafte. Per­son, die sie ist — stets Höhe­res im Sinn hat: das „bio­lo­gisch Sinn­volle“, näm­lich das über­le­ben der eige­nen Gat­tung, ist der Grund ihres Han­delns. Und weil dies in der Tat ein hoher Zweck ist, ist es doch beru­hi­gend zu wis­sen, daß über­haupt kein Tier ihn jemals aus dem Auge ver­liert, noch nicht ein­mal beim Fressen:

„Ganz selbst­ver­ständ­lich hat der Fres­ser ein bren­nen­des Inter­esse am Wei­ter­le­ben der Art von Beute, von der er lebt, sei es Tier oder Pflanze.“

Das Tier frißt, nicht mehr und nicht weni­ger; und wenn es schon eine Lüge ist, daß es sich nicht nur mit Zäh­nen und Magen, son­dern auch noch gedank­lich mit sei­her Beute beschäf­tigte, so ist es erst recht aber­wit­zig, sich vor­zu­stel­len, es hätte ein Inter­esse an bota­ni­schen oder zoo­lo­gi­schen All­ge­mein­hei­ten: so sehr ein Affe vom Vor­han­den­sein von Bana­nen abhängt, so wenig inter­es­siert er sich für die Gat­tung. Genau diese blöd­sin­nige Unter­stel­lung ist jedoch der Aus­gangs­punkt des Ver­hal­tens­for­schers; und er erfin­det sich damit neben der bio­lo­gi­schen Wis­sen­schaft seine beson­dere Fra­ge­stel­lung und sein spe­zi­el­les Forschungsfeld:

„Die Tat­sa­che des Ange­paßt­seins hat eine für die Bio­lo­gie cha­rak­te­ris­ti­sche Frage zur Folge, die in Che­mie und Phy­sik unbe­kannt ist, die Frage ‚wozu?‘. Wenn wir fra­gen ‚Wozu hat die Katze gebo­gene, ein­zieh­bare Kral­len?‘ und ant­wor­ten, ‚um damit Mäuse zu fan­gen‘, suchen wir nicht nach der end­gül­ti­gen teleo­lo­gi­schen Bedeu­tung von Katzen-​krallen. Wir ver­wen­den nur eine Kurz­form, um eine wis­sen­schaft­li­che Kau­sal­frage zu stel­len, die unge­kürzt lau­ten sollte: ‚Was ist die Funk­tion, deren über­le­bens­wert den Selek­ti­ons­druck aus­löste, durch wel­chen die Kat­zen ver­an­laßt (!) wur­den, diese beson­dere Kral­len­form zu entwickeln?‘ “

Die Mühe des Autors, seine Absicht in ein Argu­ment zu klei­den, ver­dient hier ein­mal beson­dere Aner­ken­nung. Zwar folgt ers­tens aus kei­ner Tat­sa­che jemals eine Frage. Zwei­tens hat einer, der von Anpas­sung spricht, die Suche nach Zwe­cken schon nicht mehr nötig. Drit­tens berech­tigt selbst der Unter­schied von lan­gen und kur­zen Sät­zen nicht dazu, mit „wozu“ den Kat­zen eine Stra­te­gie anzu­dich­ten und den „Selek­ti­ons­druck“ zum his­to­ri­schen Werk der Gat­tung hoch­zu­ju­beln. Vier­tens schließ­lich ist diese für einen Ver­hal­tens­for­scher typi­sche Fra­ge­rei in Phy­sik und Che­mie des­halb unbe­kannt, weil man in die­sen Wis­sen­schaf­ten zufrie­den damit ist, die Gesetze der Natur her­aus­zu­fin­den: Wer weiß, warum sich H mit O ver­bin­det, erfin­det kei­nen Anlaß dazu für den Was­ser­stoff mehr — es sei denn, er will eben moralisch-​religiös die .sinn­volle‘ Gestal­tung der Natur demons­trie­ren! Dem gelehr­ten Tier­freund ist es in die­sen weni­gen Zei­len jedoch gelun­gen, das Prin­zip all sei­ner fal­schen Über­le­gun­gen aufs Genau­este zu umrei­ßen: Neben der Bio­lo­gie, die seit Dar­win daran arbei­tet, die Funk­ti­ons­weise der offen­sicht­lich zweck­mä­ßig gebau­ten Orga­nis­men zu begrei­fen, eta­bliert die Ver­hal­tens­for­schung sich als ein Fach, das von den Ergeb­nis­sen der Bio­lo­gie nur die Abs­trak­tion fest­hält, daß lebende Orga­nis­men in der Regel über­aus zweck­mä­ßig funk­tio­nie­ren; dazu denkt sie sich dann aller­lei Schwie­rig­kei­ten aus, in die ein Lebe­we­sen gera­ten würde, wenn es weni­ger zweck­mä­ßig ein­ge­rich­tet wäre, und ernennt die Tat­sa­che, daß das Lebe­we­sen auf­grund der Ein­rich­tung, die es hat, diese Schwie­rig­kei­ten nicht hat, zur Erklä­rung sei­ner Beschaf­fen­heit. Die Ver­hal­tens­for­schung grün­det sich somit einer­seits para­si­tär auf die Erfolge der Zoo­lo­gie, ande­rer­seits auf den Zir­kel­schluß, der das Prin­zip der Sozio­lo­gie aus­macht: zu dem, was es gibt und zu erklä­ren wäre, ein dadurch angeb­lich gelös­tes Pro­blem zu erfin­den, um aus der Leis­tung, die­ses Pro­blem zu lösen, den Grund der zu erklä­ren­den Sache zu machen:

„Wir wis­sen näm­lich, daß es die Leis­tung des Organs ist, die seine Form verändert.“

Die Dar­win­sche Ent­de­ckung der natür­li­chen Zucht­wahl ver­wan­delt diese moderne After­wis­sen­schaft also in die sozio­lo­gi­sche Begut­ach­tung der Tier­welt, kürzt so erfolg­reich die Bio­lo­gie aus der Bio­lo­gie her­aus, ergeht sich statt­des­sen in bestän­di­gen Beglück­wün­schun­gen der Natur zu den sinn­rei­chen Ein­rich­tun­gen, die sie fürs über­le­ben ihrer Lebe­we­sen getrof­fen habe, und berei­tet mit sol­chen Tau­to­lo­gien die Natur auf zum Mate­rial für Wün­schel­ru­ten­gänge mit der Sinn-​frage. Zum Beispiel:

Was hat die Natur sich dabei gedacht, als sie ihrem Getier „das Böse“ ein­ge­pflanzt hat?

„Die Gefahr (!), daß in einem Teil des zur Ver­fü­gung ste­hen­den Bio­tops eine allzu dichte Bevöl­ke­rung einer Tier­art alle Nah­rungs­quel­len erschöpft und Hun­ger lei­det, wäh­rend ein ande­rer Teil unge­nutzt bleibt, wird am ein­fachs­ten (!) dadurch gebannt, daß die Tiere einer Art ein­an­der absto­ßen. Dies ist, in dür­ren (?) Wor­ten, die wich­tigste art­er­hal­tende Leis­tung der intra­spe­zi­fi­schen Selektion. “

Logisch: Ohne daß die Tiere im Streit aus­ein­an­der­gin­gen, wür­den sie immer alle zusam­men­blei­ben wol­len und z.B. samt und son­dern die­selbe karge Wiese abwei­den, wäh­rend nebenan die saf­tigs­ten Grä­ser wachsen.

Oder, noch ‚ne Funk­tion, wenn es nicht immer die Klop­pe­rei um die Wei­ber gäbe, wür­den auch aus­ge­spro­chen schwäch­li­che Krea­tu­ren sich fort­pflan­zen, die hin­ter­her kaum für ihre Brut auf­kom­men könn­ten, was für die Evo­lu­tion ganz sicher viel hin­der­li­cher ist, als wenn diese Typen erst gar keine Kin­der gemacht hät­ten. Ein Thema, bei dem natür­lich auch die Fälle zu beden­ken sind, wo bloße Schön­heit beim ande­ren Geschlecht einen Stich macht, was als Sack­gasse der Evo­lu­tion abge­lehnt gehört (vgl. das profes-​sorale Bekennt­nis vom Anfang). Aber weil am Ende das Böse doch nicht nur gut ist, son­dern, wie der Name schon sagt, auch böse, ist ande­rer­seits auch eine Ord­nung — z.B. die Hack­ord­nung — sehr nütz­lich, weil sie all die nütz­li­chen Strei­te­reien wie­der ein­schränkt. Und so wei­ter und so fort. Wie seine Geschich­ten für den mit­den­ken­den Tier­freund haben also auch des Nobel­preis­trä­gers sozio­lo­gi­sche Gut­ach­ten über die

sinn­rei­chen Wege und Metho­den der Evo­lu­tion alle­samt das­selbe Resul­tat: Tiere sind so vor­treff­li­che Men­schen, weil die Natur sie mit allen Tugen­den aus­ge­rüs­tet hat, die für den edlen Zweck der Art­er­hal­tung, also für das große Ganze nötig sind. Daß es bei die­sem Kom­pli­ment an die Tier­welt in gar kei­ner Hin­sicht um die Natur geht — weder wird sie erklärt, noch kom­men Lorenz‘ Exper­ti­sen ihr für die Fort­füh­rung der Evo­lu­tion zugute: trotz Kon­rads Unter­re­dun­gen mit Hun­den und Gän­sen ist die Natur­not­wen­dig­keit nach wie vor nicht nur blind, son­dern vor allem auch stur! —, son­dern um den mora­li­schen Haus­halt der Men­schen, die sich im Unter­schied zu der Natur deren „bio­lo­gi­schen Sinn­ge­halt“ zu Her­zen neh­men kön­nen und sol­len, dazu bekennt Lorenz sich ganz offen dort, wo er sei­nen Adres­sa­ten: das höhere Wir­bel­tier „Afen­scfe“ zu sei­nem Thema macht.

Der Mensch: ein Tier, das Pro­bleme macht

Zu die­sem Thema ist von Sei­ten der Ver­hal­tens­for­schung näm­lich als Ers­tes fest­zu­hal­ten, daß man das Mensch­li­che am Men­schen nur dann begrei­fen kann, wenn man sich vor Augen führt, wohin er als Tier es gebracht hat:

„Ich behaupte, daß man die Einzigartigkeit-​des Men­schen erst dann in ihrer gan­zen ein­drucks­vol­len Größe zu sehen . bekommt, wenn man sie von jenem Hin­ter­grunde alter, his­to­ri­scher Eigen­schaf­ten sich abhe­ben läßt, die dem Men­schen auch heute noch mit den höhe­ren Tie­ren gemein sind.“

Als ein­drucks­vollste die­ser tier­ge­schicht­li­chen Eigen­schaf­ten des Men­schen, die zugleich ein Gut­teil sei­ner Ein­zig­ar­tig­keit erklärt, ent­deckt Lorenz seine eigen­tüm­li­che „Spe­zia­li­sie­rung auf Nicht­spe­zia­li­siert­sein“ (des­we­gen haben mensch­li­che Spe­zia­lis­ten ja auch immer so etwas Unmensch­li­ches an sich). Logi­scher­weise unter­schei­det die­ses spe­zi­elle Spe­zia­lis­ten­tum ihn näm­lich von alle den Beinahe-​Artgenossen, die auf Spe­zia­li­tä­ten spe­zia­li­siert sind; die Hand rei­chen kann er aber den Rat­ten und Raben:

„Buch­stäb­lich alle höhe­ren Tiere, die zu Kos­mo­po­li­ten (!) gewor­den sind, sind typi­sche unspe­zia­li­sierte Neugierwesen,“

Wenn die Men­schen somit wesent­lich Rat­ten sind, dann kann der qua­li­ta­tive Unter­schied zwi­schen Tier und Mensch damit aller­dings noch nicht gefun­den sein:

„Den­noch (!) ist die Welt­of­fen­heit des Men­schen nicht nur graduell-​quantitativ, son­dern auch qua­li­ta­tiv von der­je­ni­gen tie­ri­scher Spe­zia­lis­ten auf Nicht­spe­zia­li­siert­sein ver­schie­den. Die­ser so wesent­li­cher Unter­schied liegt darin,“ (jetzt kommt’s!) „daß beim Men­schen die for­schende Aus­ein­an­der­set­zung mit der Außen­welt bis zum Senil­wer­den erhal­ten bleibt, wäh­rend sie bei sämt­li­chen Tie­ren nur eine kurze Phase der indi­vi­du­el­len Ent­wick­lung darstellt.“

Der Mensch ist also dadurch keine Ratte, daß er bis ins hohe Alter eine junge Ratte bleibt, was es bei den Tie­ren nicht gibt (ein schö­nes Bei­spiel für den Umschlag von Quan­ti­tät in Qualität).

„Ein alter Kolk­rabe oder eine alte Ratte hat“ (im Unter­schied zu einem jung geblie­be­nen Pro­fes­sor) „durch­aus nichts mehr von jener Welt­of­fen­heit, die uns am jun­gen Tier als so mensch­lich und ver­wandt anspricht.“

Vom Tier aus gese­hen, ist der Mensch ein gro­ßes Kind: er ist

„die Folge einer eigen­ar­ti­gen Ent­wick­lungs­hem­mung (!!), die gewis­ser­ma­ßen (!) eine dau­ernde ‚Ver­ju­gend­li­chung‘ des Men­schen bewirkt.“

Hier zeich­net sich bereits ab, daß das Ein­zig­ar­tige am Men­schen dem Ver­hal­tens­for­scher, der alles unter dem Kri­te­rium des „bio­lo­gisch Sinn­vol­len“ und vom Stand­punkt der arterhaltend-​tugendhaften Tier­na­tur aus betrach­tet, vor allem als prak­ti­sches Pro­blem auf stößt. So greift er am Ende zu dem (viel­leicht doch etwas gewag­ten?) Begriff der „Föt­a­li­sie­rung“, um klar­zu­stel­len, daß das ewig-​junge mensch­li­che Bewußt­sein sei­nen Besit­zer im Grunde genom­men seine natür­li­che Über­le­bens­fä­hig­keit kos­tet. Und mit dem fol­ge­rich­tig anschlie­ßen­den wis­sen­schaft­li­chen Hin­weis, daß der Frei­heit die Natur­not­wen­dig­keit abgeht —

„Die spe­zi­fisch mensch­li­che Frei­heit des .Han­delns hatte ganz sicher die Reduk­tion, die Auf­lö­sung starr struk­tu­rier­ter Akti­ons­und Reak­ti­ons­nor­men zur Voraussetzung“ —,

gibt der Etho­loge zu verstehen.daß ein eigen­sin­ni­ger Kopf, wie die Men­schen ihn haben, in ers­ter Linie ein his­to­ri­scher Man­gel ist, der ihn mit Sorge erfüllt. So wägt er ab:

Wie jede starre Struk­tur haben auch die ange­bo­re­nen Ver­hal­tens­wei­sen die Eigen­schaft zu stüt­zen“ (gut!) „und steif zu machen“ (schlecht!).

Sollte man es also mehr mit dem Men­schen hal­ten, der form­bar, eben des­we­gen aber auch halt­los ist, oder nicht doch lie­ber mit dem Tier, das unfle­xi­bel, aber sei­nes Sin­nes sicher ist? Selbst­ver­ständ­lich ist diese Nutzen-​Nachteil-​Rechnung mit der „spe­zi­fisch mensch­li­chen Frei­heit“, die Lorenz hier als die ver­hal­tens­theo­re­ti­sche Grund­er­kennt­nis über den Men­schen auf­stellt, bio­lo­gisch der reine Unsinn«, denn die Alter­na­tive «lie­ber gestützt und steif oder plas­tisch und unsi­cher‘ exis­tiert für die Natur nicht. Was es aller­dings gibt, das ist das Inter­esse, den Men­schen als Unsi­cher­heits­fak­tor aus­zu­schal­ten, und damit jener Poli­zei­stand­punkt, von dem aus Lorenz seine Abwä­gung vornimmt:

„Jede neue Plas­ti­zi­tät mußte um einen Ver­zicht auf Sicher­heits­grade erkauft werden.“

Und zu die­sem Stand­punkt paßt natür­lich aufs Schönste der ideo­lo­gi­sche Gedanke, auf dem Lorenz‘ gesamte Ver­hal­tens­for­schung basiert: der Ein­fall, das Pro­blem des Staa­tes, die Frei­heit zu kon­trol­lie­ren, dem Men­schen als seine ein­zig­ar­tige, näm­lich pro­ble­ma­ti­sche Sinn­be­stim­mung in die Schuhe zu schieben:

„Der Preis, um den der Mensch die konstitu-​tive Frei­heit sei­nes Den­kens und Han­delns erkau­fen mußte, ist jenes Ange­paßt­sein an einen bestimm­ten Lebens­raum und eine bestimmte Form des sozia­len Lebens, das bei allen vor-​menschlichen Lebe­we­sen durch art­ei­gene, ererbte Akti­ons– und Reak­ti­ons­nor­men gesi­chert ist. Die­ses Ange­paßt­sein bedeu­tet in sozia­ler Hin­sicht nichts ande­res als die völ­lige Über­ein­stim­mung zwi­schen Nei­gung und Sol­len, bedeu­tet jenes pro­blem­lose Leben im Para­dies, das um der Früchte vom Baume der Erkennt­nis wil­len geop­fert wer­den mußte.“

Mit sei­ner Wei­ge­rung, erwach­sen zu wer­den, hat das Tier „Mensch“ sich also den pre­kä­ren Vor­teil der Fle­xi­bi­li­tät und des Erken-​nens gegen den siche­ren Nach­teil des bio­lo­gi­schen Sinn­ver­lusts ein­ge­han­delt. Und damit ist auch schon klar, was für die mensch­li­che Sinn­si­che­rung ver­hal­tens­wis­sen­schaft­lich gebo­ten ist: Der Mensch hat Ver­stand und Frei­heit dafür ein­zu­set­zen, daß er trotz­dem und unter den durch seine natur­wid­rige Will­kür ver­än­der­ten und erschwer­ten Bedin­gun­gen die „Über­ein­stim­mung zwi­schen Nei­gung und Sol­len“ wie­der­her­stellt und das bio­lo­gisch Sinn­volle voll­bringt. Ja, zoo­lo­gisch recht betrach­tet ist der Ver­stand über­haupt nichts ande­res als die Auf­gabe, mit Bewußt­sein in der moder­nen Welt genau das­selbe zu machen, was die Tiere von Natur tun, näm­lich: alles für die Erhal­tung der Art. (Dar­auf, daß es im Staat wie in „der“ Gesell­schaft um die Erhal­tung des Lebens geht, sind andere Ord­nungs­fans aller­dings auch ganz ohne Ver­hal­tens­for­schung gekom­men. Sie haben als poli­ti­sche Kri­ti­ker der Mensch­heit, die mit ihren Leis­tun­gen Staat und Kapi­tal nie recht zufrie­den­stellt, befun­den, daß das Leben ein Kampf zu sein habe — und von Staats wegen dafür eini­ges unter­nom­men, daß es auch nichts ande­res war!) Mit sol­chem Ein­satz hapert es jedoch, wie jeder weiß, gewal­tig: Zwar war der Mensch „vor sei­ner eigent­li­chen Mensch­wer­dung zu aller­min­dest ebenso ‚gut‘ wie ein Wolf oder Schim­panse“, doch „er ist nicht gut genug für die Anfor­de­run­gen der gewal­tig ver­mehr­ten, anony­men Gemein­schaft spä­te­rer Kul­tu­re­po­chen“, in denen es eben nicht mehr genügt, bloß die nächs­ten Stam­mes­ge­nos­sen „unter Ein­satz sei­nes Lebens“ zu ver­tei­di­gen, son­dern glei­cher Ein­satz für „ihm völ­lig unbe­kannte Mit­men­schen“ (wie z.B. einen König oder Bun­des­kanz­ler) abver­langt wird, wozu in der Tat

„ein zusätz­li­cher (!) Ansporn in Form eines kate­go­ri­schen ‚Du sollst‘ … auf Schritt und Tritt (!) nötig (ist).“

So geht der Ver­hal­tens­for­scher nun daran, die faschis­ti­schen Erträge sei­ner mora­li­schen Tier­kunde vom Men­schen aus­drück­lich und aus­führ­lich breitzutreten.

Er hat keine Lust auf Mühsal

„Kein heu­ti­ger Mensch kann seine ange­bo­re­nen Nei­gun­gen unein­ge­schränkt aus­le­ben.“ Und das ist kein Wider­spruch zu Lorenz‘ Kom­pli­men­ten an die Tier­na­tur; ganz im Gegen­teil. Denn:

„Zu der Zeit, als der Groß­teil unse­rer Instinkte pro­gram­miert wurde“, (durch den lie­ben Gott mit Hard­ware aus Urwald und Savanne) „die wir heute noch in uns tra­gen, brauch­ten unsere Vor­fah­ren die Här­ten des Daseins nicht in .mann­haf­ter‘ und .rit­ter­li­cher‘ Weise zu suchen“ (die Glück­li­chen), „denn diese dräng­ten sich ihnen … von selbst auf“ (damals!!). „Das dem Men­schen von sei­nem phy­lo­ge­ne­tisch ent­stan­de­nen Lust-​Unlust-​Mechanismus“ (für einen freien Men­schen wäre Schmerz was Schö­nes!) „auf­ge­zwun­gene“ (der Arme!) „Prin­zip, allen ver­meid­ba­ren Gefah­ren und Ener­gie­aus­ga­ben aus dem Weg zu gehen, war damals (!!) durch­aus rich­tig“ (Der Autor gei­ßelt „Die acht Tod­sün­den der zivi­li­sier­ten Menschheit“).

Ganz anders heute: Da bringt „der­selbe Mecha­nis­mus“ „ver­nich­tende (?) Fehl­leis­tun­gen“ hervor:

„Die wach­sende Into­le­ranz gegen Unlust, im Ver­ein mit der ver­rin­ger­ten Anzie­hungs­kraft der Lust (?), führt dazu, daß die Men­schen die Fähig­keit ver­lie­ren, saure Arbeit (!) in sol­che Unter­neh­mun­gen zu ste­cken, die erst in der spä­te­ren Folge einen Lust­ge­winn versprechen.“

Der Pro­fes­sor sieht vor­nehm dar­über hin­weg, daß ein gan­zer Berufs­stand sei­nen Namen davon hat, die „saure Arbeit“ ande­rer in seine (viel­leicht weni­ger spä­tere Lust, auf alle Fälle aber) Gewinn ver­spre­chen­den Unter­neh­mun­gen zu ste­cken; er teilt näm­lich den Stand­punkt derer, die sich stän­dig mit einem

„unge­dul­di­gen Ver­lan­gen nach sofor­ti­ger Befrie­di­gung aller auf­kei­men­den Wün­sche“ herum­schla­gen müs­sen, und agi­tiert daher mit den Här­ten und bor­nier­ten Freu­den des Lebens in frü­he­ren Zei­ten gegen den moder­nen alten Tier­adam für Arbeits­lust ohne Lustgewinn.

„Vor allem ist es Freude, die durch weh­lei­dige Unlust­ver­mei­dung uner­reich­bar gemacht wird.“

Denn Wün­sche wer­den erst dadurch schön, daß ihre Erfül­lung hin­aus­ge­scho­ben wird; und die wahrste Freude besteht doch darin, daß der Schmerz nach­läßt (kein Irrenwitz!):

„Das über­trie­bene Bestre­ben, die geringste Unlust um jeden Preis (?) zu ver­mei­den, (hat) zur unaus­bleib­li­chen Folge, daß bestimmte For­men des Lust­ge­winns, die eben auf Kon­trast­wir­kung beru­hen, unmög­lich gemacht werden.“

Und so bringt der Mensch, weil er die Kos­ten sei­ner Lust ewig drü­cken möchte und darin sei­ner Natur in der fal­schen Weise folgt, sich nicht nur um die eigent­li­chen und tiefs­ten Genüsse sei­nes Lebens —

„Dem Leide aus dem Wege gehen zu wol­len, heißt sich nicht den gan­zen Reich­tum (!) sozia­ler Gefühle zu erschlie­ßen“ —; er ver­scherzt sich so über­haupt den gan­zen bio­lo­gi­schen Sinn sei­ner Existenz:

„Die heut­zu­tage in stän­di­gem Wach­sen begrif­fene Unlust-​Intoleranz ver­wan­delt die natur­ge­woll­ten (!!) Höhen und Tie­fen des mensch­li­chen Daseins in eine künst­lich pla­nierte Ebene.“

Er ist geld­gie­rig und hat zu viele Bedürfnisse

Dem Pro­fes­sor, der für sich die Kunst erfun­den hat, mit Fau­len­zen Geld zu machen—

„Ein kon­sti­tu­tio­nell täti­ger, flei­ßi­ger Mensch würde wahn­sin­nig wer­den, mutete man ihm zu, einen Som­mer lang als Gans unter Gän­sen zu leben, wie ich es getan habe. Ich bin ein sehr fau­ler Mensch“ —,

ist die Arbeits­lust des Vol­kes zu gering und seine Geld­gier zu groß. Auf gut faschis­tisch kri­ti­siert er die Zwänge der Kon­kur­renz als Eigen­nutz der Arbeiter:

„Man muß sich fra­gen, was der heu­ti­gen Mensch­heit grö­ße­ren Scha­den an ihrer Seele zufügt, die ver­blen­dende Geld­gier oder die zer­mür­bende Hast.“

Die Hast ist natür­lich die Folge der Geld­gier, weil die Men­schen unver­nünf­ti­ger­weise „Angst“ haben, im Wett­be­werb um das dickste Geld — der ande­rer­seits natür­lich auch wie­der etwas ganz Natür­li­ches ist: Selek­tion in der Tier­fa­mi­lie „Geschäf­te­ma­cher“ — zu ver­lie­ren. Die Hast greift die Gesund­heit des Volks­kör­pers an, und das ist schlimm; das Schlimmste aber kommt erst noch:

„Außer der kom­mer­zi­el­len intra­spe­zi­fi­schen Selek­tion auf ein stän­dig sich ver­schnel­len­des Arbeits­tempo“ (einer­seits arbei­ten die Mas­sen zu wenig, ande­rer­seits zu schnell — einem Ver­hal­tens­for­scher kann man es auch nicht recht machen!) „ist noch ein zwei­ter gefähr­li­cher Kreis­lauf­pro­zeß am Werke, der eine pro­gres­sive Stei­ge­rung der Bedürf­nisse der Men­schen im Gefolge hat.“

Dem Pro­fes­sor, der sich vom Gehalt für sein kon­sti­tu­tio­nel­les Faul­sein alle Genüsse der moder­nen Welt leis­ten kann, sind selbst­ver­ständ­lich die­je­ni­gen zu gie­rig, die schnell und viel arbei­ten müs­sen, um trotz­dem mit einem spär­li­chen Akkord­lohn aus­kom­men zu müs­sen. Die dro­hende „Ver­weich­li­chung“ der vom Luxus ver­wöhn­ten Mas­sen „beun­ru­higt“ einen Men­schen, der mit sei­nen Art­ge­nos­sen immer nur ein Pro­blem hat — und dies auch an der rich­ti­gen Adresse vor­zu­tra­gen weiß:

„Die Luxus­bil­dun­gen, …, wer­den den west­li­chen Län­dern, vor allem der USA, frü­her oder spä­ter dadurch zum Ver­der­ben wer­den, daß ihre Bevöl­ke­rung gegen die weni­ger ver­wöhnte und gesün­dere der öst­li­chen Län­der“ (nach dem Motto ‚Gelobt sei, was hart macht‘ hat noch jeder Faschist im ver­ab­scheu­ten Bol­sche­wis­mus Vor­züge gegen­über dem Libe­ra­lis­mus des West­blocks ent­deckt!) „nicht mehr kon­kur­renz­fä­hig“ (die öko­no­mi­sche Kon­kur­renz kann ja wohl kaum gemeint sein!!) „sein wird.“ So packt man als Nobel­preis­trä­ger die Amis bei ihrer Ehre: Wer gen Osten zie­hen will, muß mehr aus­hal­ten als die dort!

Die letzte Hoff­nung für die Evo­lu­tion: Äffi­sche Begeis­te­rung für den ethi­schen Höchst­wert eines Menschheitskrieges

Fol­ge­rich­tig spit­zen sich auch Lorenz‘ ande­ren zahl­rei­chen Kla­gen — die Kin­der parie­ren nicht mehr, die Inder wer­den nicht an end­lo­ser Ver­meh­rung gehin­dert, die Men­schen fol­gen den fal­schen Dem­ago­gen usw. — auf die eine Frage zu: Kann man mit den heu­ti­gen Men­schen noch einen anstän­di­gen Krieg füh­ren? Oder anders­herum: Kann es; noch gelin­gen, ein Sta­gnie­ren der Evo­lu­tion zu ver­mei­den und, nach­dem und obwohl der Mensch mit sei­nem unse­li­gen Ver­stand „alle selek­ti­ven Fak­to­ren … aus­ge­schal­tet“ hat, trotz­dem eine gescheite Selek­tion, also eine bio­lo­gisch sinn­volle Eli­mi­na­tion unter den Men­schen zu eta­blie­ren, auf daß die Art erhal­ten bleibe?

Gott sei Dank, noch gibt es Rat: Die Natur läßt auch die ihr ent­frem­de­ten Men­schen­kin­der nicht ganz im Stich. Noch exis­tiert näm­lich, von Schim­pan­sen­zei­ten her, ein natür­li­ches „Gefühl für Werte“, das, in die zweck­dien­li­che Rich­tung gelenkt, den Kampf für den wah­ren Fort­schritt der Mensch­heit kräf­tig anhei­zen könnte:

„Wir wol­len uns unum­wun­den ein­ge­ste­hen, daß es ein wun­der­schö­nes Erleb­nis ist, vom .hei­li­gen‘ Schauer über­lau­fen die Natio­nal­hymne zu sin­gen, und es ist leicht, zu ver­ges­sen, daß der Schauer ein Sträu­ben des alten Schim­pan­sen­pel­zes ist und daß die gesamte Reak­tion grund­sätz­lich gegen irgend­ei­nen Feind gerich­tet ist, und vor allem die­ser Feind stets eine Gemein­schaft von Men­schen ist, die sich genauso begeis­tert zur Ver­tei­di­gung (?) ihrer Sozie­tät ver­pflich­tet fühlt“ (das macht einen Angriff natür­lich ris­kant, was man bes­ser nicht ver­ges­sen sollte). „Der sicher vor­han­dene soziale und im tiefs­ten Sinne des Wor­tes ethi­sche Wert, der in der eini­gen­den Wir­kung der in Rede ste­hen­den Reak­tion des Men­schen liegt, wird der Mensch­heit erst dann zugäng­lich wer­den, wenn wir es gelernt haben, in das .Schema‘ des Fein­des nicht eine dem Dem­ago­gen belie­bige (!) Gruppe von Men-​schen, son­dern die wirk­lich (!) die Mensch­heit bedro­hen­den Gefah­ren ein­zu­set­zen“ (Mars­men­schen?).

Nicht daß unser nobel­preis­ge­krön­ter Tier-​und Men­schen­freund umstands­los für einen bewaff­ne­ten Über­fall sei­nes Hei­mat­lan­des auf einen der roten Brü­der im Osten ein­träte; in dem Punkt hat er sich die Gedan­ken der für so etwas zustän­di­gen Staats­män­ner gemacht und herausgefunden,

„daß der Krieg nicht mehr zweck­mä­ßig ist“ –

schon gar nicht für Öster­reich, das lie­ber froh sein soll, im Sys­tem des Welt­im­pe­ria­lis­mus seine öko­lo­gi­sche Win­ter­sport­ni­sche gefun­den zu haben. Von höhe­rer Warte: als Wis­sen­schaft­ler spe­ku­liert er mit dem und auf den eli­mi­na­ti­ons– und selek­ti­ons­in­ten­si­ven, daher art­er­hal­te­ri­den Nut­zen jener „Reak­tion“, die dem Men­schen den „im tiefs­ten Sinne des Wor­tes ethi­schen Wert“ eines gro­ßen Völ­ker­kamp­fes erschlie­ßen würde; vor­aus­ge­setzt nur, es gelingt, ihn unter dem Titel eines Feld­zugs gegen „die wirk­lich die Mensch­heit­be­dro­hen­den Gefah­ren“ zu füh­ren — was den für so etwas zustän­di­gen Volks­füh­rern bis­lang noch jedes­mal gelun­gen ist.

Post­skript

Ver­fehlt wäre es, dar­auf her­um­zu­rei­ten, daß Kon­rad Lorenz es mit­ten im Natio­nal­so­zia­lis­mus zum Pro­fes­sor brachte, zumal sich nach­träg­lich ja her­aus­ge­stellt hat, daß die unge­bil­de­ten Nazis auf ähn­li­che Weise man­chen ihrer Geg­ner för­der­ten. Und unfair wäre sol­che Krit­te­lei ohne­hin; denn der auf­ge­klärte Zoo­loge hat nichts gegen die Juden und Neger in ihrer Eigen­art, schätzt selbst die Homo­se­xu­el­len ange­sichts dro­hen­der Über­völ­ke­rung und weiß: „Hit­lers Erfolg in Deutsch­land ist der Beweis eines gefähr­li­chen Man­gels an Idea­len, für die man ein­tre­ten kann.“ Mit Kon­rad Lorenz läßt sich also auch und gerade heute noch Staat machen; und wenn er völ­lig über­zeu­gend den Ein­druck erweckt, er sei ein Faschist, dann doch bloß des­halb, weil er als ech­ter Natur­freund so einen gera­den, offe­nen Cha­rak­ter hat, der sich die Pro­bleme des demo­kra­ti­schen Staats­le­bens ohne viel wenn und aber zu Her­zen nimmt. Dies dür­fen wir nicht zuletzt dem Schluß jenes Brie­fes an Donald (nicht die Ente, son­dern den Psy­cho­lo­gen) Camp­bell ent­neh­men, in dem die­ser große Mann sein Herz öff­net und aus­spricht, worum es ihm im Inners­ten zu tun ist: „Kein leben­di­ges Sys­tem kann jemals ohne Eli­mi­na­tion exis­tie­ren, wie mensch­lich es (?) auch gehand­habt wer­den mag, und wie sehr man sich bemüht, es (?) nicht als Straf­maß­nahme erschei­nen (!) zu las­sen. Ich kenne Wis­sen­schaft­ler, für die es (?) schmerz­haf­ter ist als Zäh­ne­zie­hen. Wir wis­sen, daß die (!) Ent­wick­lung auf ihrem Weg auf­wärts ste­hen bleibt und rück­wärts schrei­tet, wenn die schöp­fe­ri­sche“ (wer schöpft denn da?) „Selek­tion auf­hört zu funk­tio­nie­ren. Der Mensch hat alle selek­ti­ven Fak­to­ren außer sei­nem eig­nen nicht ver­nunft­ge­mä­ßen Gefühl für Werte aus­ge­schal­tet. Wir müs­sen ler­nen, uns dar­auf zu ver­las­sen. Herz­lichst (!) Ihr Konrad.“