Die deut­sche Regie­rung for­dert einen Mentalitätswechsel“: Ihr Volk soll ein­se­hen, dass wir“ einen kon­ven­tio­nel­len Krieg gegen Russ­land vor­be­rei­ten müssen. Und kei­ner fragt, war­um die­se Per­spek­ti­ve eigent­lich so unaus­weich­lich ist.

Die Öffentlichkeit hält es statt­des­sen mit der Schuld­fra­ge – natürlich gleich in Form der Ant­wort: Der rus­si­sche Herr­scher Putin ist es, der uns nicht in Frei­heit leben las­sen will. Und die Frei­heit ist ein so hohes Gut, das jedes persönliche Opfer wert ist. Alter­na­ti­ve? Kei­ne! Kriegs­pro­pa­gan­da, gera­de wenn sie persönlich wird, war eben noch nie die Auf­for­de­rung zur Abwägung, was man von der Frei­heit hat, wenn man tot ist, son­dern ist stets die breit­ge­tre­te­ne Ankündigung, dass der Staat die Dienst- und Opfer­be­reit­schaft ver­ord­net, die er von sei­nem Volk will.

Dabei beschönigen Öffentlichkeit und Regie­rung nichts – und von dem Deu­ten auf die Opfer und Verwüstungen von Krieg las­sen sie sich nicht kri­ti­sie­ren. Im Gegen­teil: Poli­ti­ker und Medi­en argu­men­tie­ren ihrer­seits damit, dass Krieg und Sol­da­ten­dienst tödliche und des­we­gen abso­lut erns­te Ange­le­gen­hei­ten sind. Und dass wir alle uns an die Aus­sicht zu gewöhnen haben, dass genau so etwas spätestens zum Ende des Jahr­zehnts“ auch in Euro­pa ins Haus steht.

Darüber soll auf der Ver­an­stal­tung dis­ku­tiert wer­den. Mit wel­chen Zumu­tun­gen an den Ver­stand wird aus einem frem­den Staat ein persönlicher Feind? Wie hat sich jeder ein­zel­ne auf die staat­li­che Kriegs­vor­be­rei­tung ein­zu­stel­len? Was macht die demo­kra­ti­sche Kri­tik an der Aufrüstung für die Her­stel­lung von Kriegs­be­reit­schaft so pro­duk­tiv – z. B. die Fra­ge, ob die betrof­fe­ne Jugend auch genug in den Ent­schei­dungs­pro­zess zur Wehr­re­form ein­ge­bun­den oder ob mal wie­der über deren Köpfe hin­weg ent­schie­den wurde?